Die Schwedenschanze

1636 erschienen die Schweden wieder in Mitteldeutschland, nachdem sie die Kaiserlichen bei Wittstock geschlagen hatten. Nun nahmen sie an ihren früheren Bundesgenossen, darunter auch an den Herzögen von Weimar, grausame Rache. Außer den schon üblichen Lieferungen und Einquartierungen erschien außerdem 1638 noch ein kursächsisches Heer, welches seine Zelte zwischen Liebstedt und Leutenthal aufschlug. Da wurde die Not so groß, dass die Leute in den umliegenden Dörfern mit "Gras im Mund" verhungert aufgefunden wurden. In diese Zeit fällt auch die Errichtung der so genannten Schwedenschanze auf dem Kleinen Ettersberg. Deren Anlage befahl der Herzog von Weimar, als er für die Bewohner seiner Residenzstadt keinen Schutz mehr garantieren konnte. Von dort konnte die Heeresstraße bei Buttelstedt aber auch das kursächsische Heer bei Liebstedt beobachtet werden. Bei dem Annähern fremder Truppen in Richtung Weimar sollte dies den Einwohnern durch Kanonenschüsse angezeigt werden, damit diese noch Gelegenheit hatten in Richtung Gelmeroda in die Wälder zu fliehen.

1834 wurde die Schanze mit dreihundert Bäumen bepflanzt, welche unsere Hochverehrte Großherzogin Maria Pawlowna (1786-1859) der hiesigen Gemeinde verehrte. Aus Anlass der am 18. Oktober 1913 stattfindenden Hunderjahrfeier der Völkerschlacht bei Leipzig beschloss der Gemeinderat folgendes: Dieser Tag wird würdig begangen. Es sollen zur bleibenden Erinnerung auf dem Schulplatz eine Linde und andere zwischen Schule und Rittergut, dazu zwei Fichten an der östlichen Seite des 1.Schulsaales unter Glockengeläut gepflanzt werden. Abends wird ein Fackelzug nach der Schanze stattfinden, wobei dort ein Freudenfeuer angebrannt wird. Dort hält Lehrer Braun eine Ansprache und die Schulkinder werden Gedichte vortragen. Danach wird ein gemütliches Zusammensein in Reichardt´s Gasthof folgen, wozu alle Gemeindemitglieder eingeladen wurden. Der 1.Mai 1914 sorgte für viel Aufregung, denn gegen Mittag landete auf dem Herrenberg ein Flugzeug. Nach 10 Minuten erhob sich das Flugzeug wieder, überflog den Ort, um an der Schanze erneut niederzugehen. Der Grund der Landung war ein Ölrohrbruch. Später setzte der Pilot seinen Flug allein fort bis zum Weimarer Flugplatz, wo das Flugzeug notdürftig repariert werden konnte. Im Frühjahr 1922 wurde die Schanze mit Erlen bepflanzt.